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Tee Zitrone oder ohne?

Eine Schauspieltruppe probt eine typische Boulevard-Komödie. Der betrogene Ehemann, der Liebhaber im Schrank – der sich später jedoch als Gentlemen-Dieb outen wird –, sowie eine Reihe bewährter Theater-Missverständnisse und -Gags, sind die Zutaten aus denen der klassische Komödienspaß zusammengebastelt werden soll. Doch zeigt sich schon bald, dass die Beteiligten an der Inszenierung nicht nur mit dem Stück, sondern auch mit ihren eigenen Problemen und Schwächen zu kämpfen haben. Da gibt es unter anderem die entscheidungsschwache Regisseurin, die ältere Schauspielerin, die sich ihre eigene Mittelmäßigkeit nicht eingestehen mag, und den jungen Hauptdarsteller, dessen Talent nicht mal für die Statisterie reichen würde, der jedoch auf Grund seines einflussreichen Vaters als Protagonist agieren soll. Der Mantel der Zivilisiertheit ist also äußerst dünn auf diesen Proben. Und so wird die Arbeit am offensichtlich allzu platten Stück immer mehr von privaten Sticheleien und Raufereien überdeckt, bis die Masken der vermeintlichen Freundlichkeit endlich gefallen sind. Das Desaster nimmt so seinen Lauf und auch die Premiere wird bei dieser Truppe nur eine Aneinanderreihung von unerwarteten Ereignissen sowie den verzweifelten Versuchen der Schauspieler, sich von einer Katastrophe zur nächsten zu hangeln. Letztendlich kämpft nämlich auch auf der Bühne ein jeder nur für sich allein. Die französische Komödie von Danielle Navarro und Patrick Haudecoeur spielte am Pariser Théâtre Fontaine beinah anderthalb Jahre lang vor ausverkauftem Haus. In der Übersetzung von Felix Prader, der vor Jahren schon Yasmina Rezas Stücke für die deutschen Bühnen entdeckte, wird „Tee Zitrone oder ohne?“ nicht nur zum ultimativen Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer, sondern auch zur Einladung an die Schauspieler, voller Lust in die Theatertrickkiste zu greifen.


Cast:

Regie: Martin Dreiling
Regie-Assistenz: Lisa Dieminger
Technik: Gottfried Reisenhofer, Lisa Dieminger
Bühnenbild: Edith und Hans Hengst
Kostüme: Hermi Prinz
Grafik: Hans P. Rauchegger
Internet: Kurt Zehetner
Produktionsleitung: Ingrid Buchner

Autoren: Danielle Navarro-Haudecoeur und Patrick Haudecoeur

Aufführungsrechte: Neue Pegasus Medienverlag AG, Berlin