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Dienstag, 08. Februar 2005 20:21
Kategorie: Wochenzeitung
Von: Leopold Kogler

Bejubelte Theaterpremiere

NÖN Woche 6/2005, Seite 63 ERFOLGSKOMÖDIE / Der junge Regisseur Klaus Haberl hat im Theaterkeller Haag das Kultstück „Othello darf nicht platzen” zum 10-Jahres-Jubiläum frisch und pointiert inszeniert. Das Publikum hat sich sehr amüsiert.

Wolfgang Kettner aus Waidhofen/Ybbs als weltberühmter Tenor mit der Linzerin Antje Marta Schäffer, die seine Tochter verkörpert.
Foto: Fuchs

Im komischen Einsatz: Antje Marta Schäffer, Isabella Klaus, Irmi Gruber, Wolfgang Kettner, Paul Hofmann und Martin Dreiling.
Foto: Fuchs

HAAG / Tito Morelli (Wolfgang Kettner), weltberühmter Tenor, großartigster Sänger aller Zeiten, Publikumsliebling und Star auf allen Kontinenten, gibt erstmals ein Gastspiel in Cleveland - nur: er ist nicht da, sondern schon seit Stunden überfällig. Als er schließlich eintrifft, ist die Erleichterung nur von kurzer Dauer - Ehekrach, Verdauungsproblem, Müdigkeit, Verwechslung von Tabletten - Endergebnis: Morelli schläft wie tot, der Operndirektor (Paul Hofmann) tobt, die Vorstellung droht zu platzen.

Die schwungvolle Komödie rund um die Bretter, die die Welt bedeuten, wo erkennbare Ähnlichkeiten mit Lieblingen der Opernbühne weder unbeabsichtigt noch zufällig sein dürften, wird mit viel Gespür für slapstickartige Situationskomik und mit feiner Ironie dargeboten. Die spaßige Geschichte wird mit spürbarer Lust in Szene gesetzt. Hübsch das Bühnenbild (Hengst), das für den positiven Gesamteindruck einiges beiträgt. Die komödiantische Thematik wird mit Augenzwinkern betrachtet und auf die lockere Tour dargestellt. Es geht um einen Ersatz für den ausgefallenen Weltstar, der mit Max (Michael Kuttnig) schlussendlich gefunden werden kann. Insgesamt agiert ein sehr spielfreudiges und bewegliches, sympathisches Ensemble. Man genießt das Spiel im Theaterkeller und erfreut sich herzerquickend am turbulenten Treiben.

Wolfgang Kettner trifft perfekt die Arroganz des Startenors und Paul Hofmann verkörpert genussvoll das Leiden als verantwortlicher Opernchef. Michael, Kuttnig gefällt als zukünftiger Schwiegersohn des Direktors, der den Abend schlussendlich nicht platzen lässt, indem er in die Rolle Morellis schlüpft. Martin Dreiling als Hotelpage, Irmi Gruber als nervende Ehefrau des Sängerstars, Antje Marta Schäffer als Tochter des Sängerpaars sowie Isabella Klaus als Opernsängerin wissen zu begeistern.

Alle sorgen für ein laufendes Räderwerk des amüsanten Witzes in einer hochturbulenten Szenerie, die am Faschingssonntag die richtige Kost darstellte. Großer Jubel für die Jubiläumsproduktion.