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Mittwoch, 21. März 2012 17:42
Kategorie: Tageszeitung
Von: Kurt Daucher

Wenn das Theater verrückt spielt

OÖ Nachrichten, 21. März 2012 - Neuzeug/Haag/Kremsmüster. Drei Gauner spielen verrückt und lassen sich – einer nach dem anderen – ins Irrenhaus einweisen. Von dort aus planen sie einen Einbruch beim benachbarten Juwelier: Das ist die Geschichte, die es derzeit im Veranstaltungszentrum Neuzeug mitzuerleben gibt. Freilich: „Ein genial verrückter Coup“, so der Titel, verläuft nicht komplikationsfrei ab. So macht ein vom verliebten Hausmeister verursachter Wasserrohrbruch dem diebischen Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

„Es läuft gut“, sagt Herbert Neudorfer nach der Premiere, die am Wochenende über die Bühne gegangen ist. Hoppalas habe es keine gegeben. Das Publikum war begeistert. Wenn die Mundpropaganda wie erhofft anspringe, werde man auch die nächsten fünf Vorstellungen vor weitgehend vollem Haus spielen können.

Der Gewinn wird gespendet

Neudorfer: Er steht der Theatergruppe Neuzeug als Obmann vor, in der aktuellen Produktion spielt er einen der falschen Irren. Dass er wie seine Kollegen viel Zeit investiert, um andere zu unterhalten, und keine Gage dafür erhält, ist für ihn selbstverständlich. Dabei bliebe sogar Geld übrig: Das aber wird wie immer gespendet. „Und einmal im Jahr gönnen wir uns einen gemeinsamen Ausflug.“

Dass die Qualität der Stücke, die die Laiengruppen rund um Steyr zum Besten geben, so hoch ist und immer noch steigt, liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Schauspieler in Sachen Theater fortbilden – und an so manchem hochbegabten Regisseur. Thomas Hochrathner, der den „verrückten Coup“ inszeniert hat, ist so einer. Ähnlich verhält es sich mit Harald Schwödiauer von der Theatergruppe Behamberg. Auch beim Kremsmünsterer Theater am Tötenhengst, wo es derzeit den „Lumpazivagabundus“ zu sehen gibt, wird viel Wert auf die Regie gelegt.

Auf die Regie kommt es an

Dass ein guter Regisseur das Um und Auf einer erfolgreichen Produktion ist: Das weiß man auch im Theaterkeller Haag, wo das Lustspiel „Der verkaufte Großvater“ auf dem Programm steht. „Da greifen wir immer auf einen Profi zurück“, sagt Produktionsleitern Ingrid Buchner. Auch heuer mache sich das wieder bezahlt. „Wir spielen ja erstmals eine bäuerliche Komödie“, so die Theaterkeller-Obfrau. Trotz des Genre-Wechsels könne man ein Stück von bester Qualität anbieten. Das Publikum dankt es mit regem Besuch. Buchner: „Das kommende Wochenende ist schon wieder restlos ausverkauft.“ Soeben wurden zwei Zusatzvorstellungen (Donnerstag, 26., und Freitag, 27. April) fixiert

Einer, der in „Der verkaufte Großvater“ groß aufspielt, ist der Steyrer Bernhard Oppl. Seine Liebe zur Schauspielerei hat der 24-Jährige bereits zu Schulzeiten entdeckt. Obwohl derzeit in Ausbildung zum Krankenpfleger, lässt er kaum eine Gelegenheit aus, auf den Brettern, die die Welt bedeuten, aktiv zu werden. Dass er sich in Haag bis auf die Unterhose entblättert, ist für ihn nebensächlich. Wichtig ist ihm, seine Rolle so anzulegen, dass trotz aller Gaudi ein großes Maß an Niveau gewahrt bleibt.