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Montag, 04. Februar 2013 09:00
Kategorie: Tageszeitung
Von: Kurt Daucher

Was wäre der Herr Chef-Ermittler nur ohne Lily

OÖ Nachrichten, 4. Februar 2013 - In der Krimi-Komödie, die derzeit im Theaterkeller Haag über die Bühne geht, wird die Putzfrau zur Detektivin

Stadt Haag. Und wieder ist dem Ensemble des Theaterkellers Haag ein großartiges Stück gelungen. Nach dem musikalischen Volksstück aus dem Vorjahr tischen Josef Forster & Co. ihrem Publikum heuer eine echte Krimikomödie auf. Titel: „Keine Leiche ohne Lily“. Die Geschichte – weil kriminalistisch etwas verzwickt – zieht sich phasenweise. Dank der Regie von Daniel Pascal und dem groß aufspielenden Team werden selbst diese Längen zum Theatererlebnis.

In der Hauptrolle trumpft Irmi Gruber groß auf. Als Putzfrau Lily pfuscht sie Inspektor Harry Baxter (Josef Forster) erfolgreich ins Handwerk – und löst den Fall schneller, als ihr der Herr Chefermittler gedanklich folgen kann. „Papierkörbe sind meine Spezialität“, sagt sie. Auf das Lob, ihr würde nichts entgehen und sie würde ihre Augen immer und überall offenhalten, antwortet sie nur kurz: „Ja, das ist mein Beruf.“

Und plötzlich ist die Leiche weg
Davon handelt das Stück: Erst findet Lily im Büro ihres Chefs eine Leiche. Nachdem die Putzfrau die Polizei informiert hat, verschwindet der Tote aber. Nur ein wenig Blut bleibt zurück. Später – als die Leiche andernorts gefunden wird – stellt sich heraus, dass es sich um den gewaltsam Verschiedenen doch nicht um Richard Marshall, den Chef, gehandelt hat. Das hatte Lily nämlich zuerst angenommen. Schließlich gibt es sogar noch einen zweiten Mord.

Sollte der eine oder andere Zuschauer den Fall und seine Klärung nicht vollständig erfassen. Das ist nicht so wichtig. Viel interessanter und amüsanter ist, wie Lily sich ins Geschehen einmischt und ohne jeden Skrupel Baxter die Ermittlungsarbeit abnimmt.

Neben Gruber und Forster zeigen sich auch die anderen Schauspiel groß in Form. Der Steyrer Bernhard Oppl schlüpft in die Rolle des unterhaltsam dienstbeflissenen Officer Jeremy Goddard. Michael Zintl-Reburg mimt Robert Westerby, den (vermeintlichen) Frauenversteher. Ebenfalls mit von der Partie sind Christian Scharrrer, Birgit Koch, Julia Kastner, Liliana Grabska und Franz Feiglstorfer. Beeindruckend auch das Bühnenbild von Edith und Hans Hengst.

Nach der erfolgreichen Premiere am Samstag stehen nun 17 weitere Aufführungen auf dem Programm, die nächste am Samstag, 9. Februar. Beginn: 20 Uhr.