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Sonntag, 05. Februar 2017 11:36
Von: Eva Hammer/Neues Volksblatt

Sinnbefreites Lachen erlaubt

Premiere: „Funny Money“ im Theaterkeller Haag, Regie: Daniel Pascal

Zwei Stunden fetzt das Ensemble über die Bühne

Ein erster Blick auf die kleine Bühne definiert das Genre: Fünf Türen, ein Sofa und das Tischerl für Schnaps und Telefon. „Funny Money“ von Ray Cooney (UA 1994) feierte am Freitag im Haager Theaterkeller Premiere.

Regisseur Daniel Pascal ist in seinem Element. Zwei Stunden lässt er sein bestens aufgelegtes Ensemble ungebremst über die Bühne fetzen. Absurde Reaktionen, perfektes Timing & Schmähs ohne Scheu vor Untiefen, erlauben sinnbefreites Lachen. Hut ab vor den Schauspielern, die alles leicht aussehen lassen.

Der grob gewebte Bühnenstoff steckt einmal mehr in einem verwechselten Koffer. Henry Perkins findet darin ausgerechnet an seinem Geburtstag anstelle des gewohnten Jausenbrotes zwei Millionen Pfund. Aus Angst vor dem (un)rechtmäßigen Besitzer will er mit seiner Gattin Jean unverzüglich das Land verlassen. Doch immer mehr ungebetene Gäste platzen herein: die Freunde Betty (Irmi Gruber) und Vic (Stefan Adamski), Detective Davenport (cool: Berhard Oppl), der versucht, Henry zu erpressen, Taxifahrer Bill (Johannes Schmid) wartet auf die Fuhre zum Flughafen und ein Polizist (Michael Zintl-Reburg) beordert Jean ins Leichenschauhaus, weil ein Ermordeter mit Henrys Koffer gefunden wurde.

Genug Personal also für alle Arten von Turbulenzen, zumal am Schluss auch noch Gerhard Schürausz als mafiöser Kofferbesitzer auftaucht. Schweißgebadet, aber bis zur Pause schlüssig, flüchtet Peter Woy als Henry von einer Notlüge zur nächsten. Christiane Burghofer als Jean meistert authentisch alle Stadien des Alkoholkonsums. Um die Geschichte zu beenden, löst sich alles in einem nicht logischen, aber wohlgefälligen Geldregen auf. Sichtlich angetan war das Publikum.