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Montag, 06. Februar 2017 11:15
Von: Leopold Kogler

Auf der Bühne plötzlich Millionär

Viel Witz und Situationskomik stecken in der frischen Inszenierung von „Funny Money!“ unter der Regie von Daniel Pascal.

Christiane Burghofer als Jean Perkins, Peter Woy als Henry Perkins und Irmi Gruber als Betty Johnson (v.l.) sorgen für eine frische und erheiternde Komödie im Haager Theaterkeller. | NOEN, Kogler

Was klingt, wie schon des Öfteren gesehen, vielleicht gar selbst erträumt, wirkt im Fall von Ray Cooneys Komödie „Funny Money!“ dennoch sehr frisch und erheiternd.

Der Haager Theaterkeller hat dieses temporeiche und geschickt gestrickte Stück jetzt unter der bewährten Regie von Daniel Pascal auf die Bühne gebracht. Henry Perkins (Peter Woy) bisher eher langweiliges Leben verändert sich dramatisch, als er in der U-Bahn seinen Aktenkoffer mit dem eines Fremden verwechselt. Plötzlich ist er Besitzer von zwei Millionen Pfund. Nun erwacht seine kriminelle Energie und er beschließt mit seiner Frau Jean (Christiane Burghofer) auszureisen, nach Barcelona und dann weiter nach Bali.

Viel Witz steckt in diesem emotionalen Schlagabtausch, auch wenn manche Wendung ein wenig konstruiert wirkt. Doch das flotte Ping-Pong-Spiel aus dubiosen Verstrickungen, ideenreichen Ausflüchten, verhängnisvollen Konstellationen und geistreichen Bemerkungen überfordert die Darsteller dennoch nicht.

Peter Woy bringt als Henry Perkins komödiantisch erstklassig sein Dilemma mit den Millionen ans Licht. Christiane Burghofer glänzt als seine Frau Jean mit beachtlicher Beweglichkeit. Bernhard Oppl spielt die menschgewordene Selbstironie als Inspektor Davenport, Johannes Schmid überzeugt als Taxilenker exzellent, Irmi Gruber und Stefan Adamski sind wieder eine Klasse für sich und Michael Zintl-Reburg brilliert als Kommissar Slater.

Der Unterhaltungswert der sich nahe an der spritzigen Vorlage entlang hangelnden Inszenierung wird mit aktuellen Pointen angereichert. Man verbringt den erwarteten lustigen Abend im Theaterkeller. Hingehen und sich gut unterhalten fühlen.