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Montag, 06. Februar 2017 11:31
Von: Kurt Daucher OÖN

Ein Koffer voller Geldscheine und Probleme

HAAG. Das Ensemble des Haager Theaterkellers zeigt "Funny Money" – und bietet damit Aberwitz ohne Ende.

Er träumt vom Luxusleben im Ausland, sie davon, dass ihr Ehemann so langweilig bleibt wie bisher schon. Bild: Daucher

Wenn du glaubst, noch aberwitziger geht’s nicht mehr, dann kommt Ray Cooney daher ...

Im Theaterkeller Haag hat man sich wieder einmal ein Stück aus der Feder des englischen Komödienautors vorgenommen – und unter der bewährten Regie von Daniel Pascal einen Lachschlager auf die Bühne gebracht, der nur so strotzt vor unglaublichen und unglaublich komischen Verwicklungen. Bei der Premiere am Freitag gab es massiven Beifall dafür.

"Funny Money", so der Titel des Stücks, nimmt seinen Ausgang an einem klassischen Komödien-Thema: Ein Koffer wird verwechselt – und Buchhalter Henry Perkins, ein Langweiler wie er im Lehrbuch steht, fasst einen fatalen Plan. Mit den zwei Millionen Pfund, um die er soeben reicher geworden ist, will er sich ins Ausland absetzen. Seine Frau soll mit. Und zwar sofort.

Das Chaos kocht über

Weil danach unabhängig voneinander zwei Polizeibeamte (einer korrupt, der andere dienstbeflissen) auftauchen, die paranoide Gattin zu saufen beginnt und ein befreundetes Ehepaar immer mehr in die Lügengeschichten, die der Neo-Millionär der Polizei auftischt, verwickelt wird, nimmt das Chaos immer größere Dimensionen an. Bis am Schluss tatsächlich der Gewaltverbrecher auftaucht, der statt des Geldes Henrys Bürokram samt Jause im Koffer gefunden hat ...

Auch mit mehreren neuen Gesichtern hält das Ensemble des Theaterkellers, was man sich von ihm verspricht. Die Geschichte kommt rasant daher. Peter Woy macht in der Hauptrolle des Herny Perkins beste Figur. Als solcher glaubt er die höchst gefährliche Situation auch dann noch retten zu können, nachdem ihm der sprichwörtliche Strick um seinen Hals längst sämtliche Luft abgeschnürt hat. Auch Christiane Burghofer liefert ein gelungenes Haag-Debüt ab. Als Gattin Henrys wäre es ihr lieber gewesen, die zwei Millionen (und damit die vielen Probleme) wären nie aufgetaucht. Die Stammspieler Irmi Gruber, Bernhard Oppl und Michael Zintl-Reburg erweisen sich erneut als Stützen des Gaudi-Matches. Liebhaber feinen Humors werden "Funny Money" womöglich als zu viel des Guten bewerten.

Bis einschließlich 8. April stehen nun 18 weitere Aufführungen auf dem Programm. Gespielt wird jeweils freitags und samstags ab 20 Uhr. Kartenbestellungen sind unter Tel. (07434) 44600 zu tätigen. Alle Infos zum Stück findet man auf www.theaterkeller.at.