Freitag, 09. Februar 2018 12:27
Von: Norbert Mottas

Haager Theaterkeller: Eine etwas andere Theaterprobe

Stadt Haag. Das Regie-Debüt im Haager Theaterkeller ist Martin Dreiling mehr als geglückt.

Actionreiche Szenen und bis an die Grenzen gehender Einsatz. Fotos: mott

Mit einer rasanten Umsetzung von "Tee Zitrone oder ohne?" erntete er mit dem Ensemble Lach- und Begeisterungsstürme. von NORBERT MOTTAS"Tee Zitrone oder ohne?" handelt von einer Theatergruppe, die ein Boulevardstück einstudiert und mit allerlei Eskapaden die Regisseurin, überzeugend gespielt von Julia Frisch, zur Verzweiflung bringt. Im zweiten Akt wohnt man dann der "Premiere" bei. Und es vergeht keine Minute ohne Pointe oder bombastischer Szenenkomik.So beherrscht Bernhard Oppl die seltene Gabe, einen schlechten Schauspieler gut zu spielen. Irmi Gruber spielt die genervte Diva, die an den Unzulänglichkeiten der anderen Akteure laboriert. Peter Woy spielt einen alles besser wissenden Schauspieler mit einer eigenartigen Auffassung von Komik. Michael Zintl-Reburg wiederum, ganz in seinem Element spielt den Butler, der ständig mit dem Bühnentechniker – Maximilian J. Modl – zusammenkracht, wenn er etwa aus dem falschen Bühnenausgang abtritt. Sieglinde Hauser spielt die Kostümbildnerin, die Anweisungen zu wörtlich nimmt.Und Regisseur Martin Dreiling wirkt als Licht- und Tontechniker, der alles falsch macht, aus dem Off mit. Unterm Strich kommt eine sehr kompakte und actionreiche Komödie heraus, bei der die Darsteller auch körperlich bis zur Verausgabung gehen. Dafür, dass in all dem Drunter und Drüber nie der Faden reißt, hat Dreiling sehr gelungen eingefädelt. Zahlreiche Überraschungen – die hier nicht verraten sein sollen – fesseln zusätzlich die Aufmerksamkeit des Publikums. Das Premierenpublikum reagierte nach dem Stück mit tosendem Applaus.