Freitag, 09. Februar 2018 12:35
Von: Kurt Daucher

Sie wissen, wie man ein Theaterstück höchst vergnüglich scheitern lässt

Das Theaterkeller-Ensemble brilliert mit dem Lachschlager "Tee Zitrone oder ohne?"

Ohne Talent, dafür im falschen Kostüm: So jagt Julian (gespielt von Bernhard Oppl) durch die letzte Probe für die Einbrecher-Komödie. Foto: Daucher

HAAG. Witzig bis in kleinste Details, bis zum großen Finale immer noch turbulenter und mit Figuren bestückt, wie sie nur dem Karikaturen-Kabinett entstiegen sein können: Mit seinem aktuellen Stück übertrifft sich das Ensemble des Theaterkellers Haag sogar noch selbst. Am Wochenende hatte "Tee Zitrone oder ohne?", so der Titel des Super-Lachschlagers, Premiere. Bis Samstag, 21. April, folgen nun weitere Aufführungen – die wohl großteils ausverkauft sein werden.

Neuer Regisseur, Top-Darsteller

Ähnlich dem Bühnen-Hit "Der nackte Wahnsinn" handelt es sich bei "Tee Zitrone oder ohne?" um ein Theaterstück im Theaterstück. Zweitgenanntes wird aber nicht völlig ins Über-Chaotische verdreht – und kommt daher deutlich bekömmlicher daher. Die Geschichte erzählt von einer Theatergruppe, die eine Einbrecher-Komödie einstudiert. Zwei Tage vor der Premiere aber gibt’s noch jede Menge Probleme – mit dem Stück wie zwischen den Schauspielern. Die erste Aufführung gerät dann völlig aus den Fugen. Einer der Schauspieler muss kurzfristig ersetzt werden, weil er mit dem Kopf durch die Wand wollte.

Wesentlich zum Erfolg der Produktion trägt Martin Dreiling bei. Er führt zum ersten Mal in Haag Regie. Seine Schauspieler stehen ihm aber um nichts nach und machen ihre Rollen zu unverwechselbar absurden und umwerfend komischen Charakteren. Bernhard Oppl brilliert als Julian. Dieser ist intellektuell minderbemittelt, schauspielerisch untalentiert und ein unsicherer Schüchti obendrein. Dass er dennoch die Hauptrolle spielen darf, hat einzig und allein mit Protektion zu tun. Irmi Gruber spielt als gelangweilte wie freudlose Diva Sophie groß auf. Richard und Dominik (gespielt von Peter Woy und Michael Zintl-Reburg) bringen sich mit völlig unpassenden Bühnenideen ins Geschehen ein. Julia Frisch wiederum gibt die verständnisvolle Softie-Regisseurin, die schließlich selbst für ihren verletzten Schauspieler einspringt, und als Dienerin Viktoria ihren Teil zur verunglückten Komödie beiträgt.

Der überwiegende Teil des Premierenpublikums hatte den Saal mit leer geweinten Tränensäcken verlassen – derartig lustig sind die beiden Stunden mit "Tee Zitrone oder ohne?". Die nächsten beiden Vorstellungen finden am Samstag, 10. Februar, und Freitag, 16. Februar, statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Karten können unter Tel. 07434 / 44 6 00 bestellt werden. Alle Infos zur grandiosen Theaterproduktion gibt es im Internet auf www.theaterkeller.at