Dienstag, 04. Februar 2020 16:03
Von: Leopold Kogler

Groteske Komödie Premiere „Weihnachten auf dem Balkon“ von Gilles Dyrek

ist dank einer überzeugenden Darstellerriege ein Spaß der Superlative .

STADT HAAG Zugegeben: Die Komödie „Weihnachten auf dem Balkon“ von Gilles Dyrek ist der Zeit entrückt und wirkt ein bisschen konstruiert. Aber an Spaß, Laune und Comedy lässt sie nichts zu wünschen übrig. Denn ein überzeugendes Darsteller-Sextett präsentiert die Geschichte zweier benachbarter Familien am Weihnachtsabend griffig und höchst inspiriert.

Sobald die Akteure mit ihren entzückenden Kostümen die Bühne im Haager Theaterkeller betreten, schließt man sie ins Herz und schmunzelt leise dahin. Das Fest der Liebe ist in vollem Gange. Aber es gibt keine Ruhe, schon gar nicht Stille, es herrscht Aufruhr und hohes Konfliktpotenzial. Denn die beiden Familien streiten, was das Zeug hält und spülen die inneren Abgründe an die Oberfläche. „Weihnachten auf dem Balkon“ ist vieles. Eine komische Komödie voller Klamauk, eine wahnwitzige Mixtur aus Soziologie und Psychologie, eine Revue voller absurder Entwürfe, ein akrobatischer Balanceakt zwischen Jung und Alt, zwischen bürgerlich und progressiv, eine Familiengroteske und ein skurriler Theaterblog. Es ist ein Blog für alle, die Kellertheater, insbesondere den Haager Theaterkeller, lieben oder zu lieben lernen wollen. Die Inszenierung hat viel zu bieten. Kurzum, die Komödie ist ein vielschichtiges Werk.

Regisseur Martin Dreiling ist es gelungen, dieses Stück perfekt in den Griff zu bekommen. Es ist eine theatralische Wundertüte, die hier geöffnet wird. Bernhard Oppl, Michael Zintl-Reburg, Peter Woy und Stefan Parzer setzen ihre jeweiligen, wechselnden Rollen in perfekter Art und Weise um. Ein Genuss auch die Damen: Julia Frisch und Nadja Kreuzer, die stimmlich wie darstellerisch köstlich agieren. Es ist ein Stoff voller Kontraste, der hier mit viel schauspielerischer Kraft und mit unendlich viel Komik und Satire, aber auch mit viel Groteske geboten wird. Das Publikum jubelt dank des tollen Ensembles und der ausgefeilten Regie. Um es mit Karl Farkas zu sagen: Schau‘n Sie sich das an!“